Dach neu decken: Kosten in Berlin & Brandenburg

Ein Dach neu decken zu lassen kostet in Berlin und Brandenburg je nach Deckung und Aufbau 80 bis 200 Euro pro Quadratmeter Dachfläche. Für ein typisches Einfamilienhaus mit rund 120 m² Dachfläche liegt die Gesamtsumme damit meist zwischen 15.000 und 30.000 Euro – mit Gerüst, Entsorgung und Klempnerarbeiten.

Sie suchen keine Neueindeckung, sondern eine Reparatur? Einzelne Ziegel, eine undichte Stelle oder ein Sturmschaden kosten einen Bruchteil davon – die Richtwerte stehen im Kosten-Ratgeber für Dachreparaturen.

Was eine Neueindeckung kostet – nach Deckung

Deckung Material und Verlegung je m²
Betondachstein 50–80 €
Tonziegel (Falzziegel) 60–100 €
Biberschwanz (Doppeldeckung) 90–140 €
Schiefer 120–250 €
Trapez- oder Stehfalzblech 70–130 €
Bitumen-Flachdach (Neuaufbau) 60–120 €

Was oben drauf kommt

Position Richtpreis
Gerüst (Einfamilienhaus, 4 Wochen) 1.500–3.500 €
Abriss und Entsorgung der alten Deckung 15–35 €/m²
Unterspannbahn und neue Lattung 20–40 €/m²
Zwischensparrendämmung 50–90 €/m²
Aufsparrendämmung 120–200 €/m²
Dachrinnen und Fallrohre erneuern 40–90 €/lfd. m
Dachfenster einbauen (je Stück) 800–2.500 €
Asbesthaltige Platten entsorgen (Eternit vor 1993) Aufschlag 30–60 €/m²

Drei Punkte, die den Preis am stärksten verschieben

  • Asbest. Faserzementplatten, die vor 1993 verbaut wurden, enthalten in der Regel Asbest. Rückbau und Entsorgung dürfen dann nur nach TRGS 519 durch einen zugelassenen Fachbetrieb erfolgen. Das ist kein Beiwerk – es kann mehrere tausend Euro ausmachen. Wer Ihnen ein Altdach ohne Nachfrage zum Baujahr kalkuliert, hat nicht hingesehen.
  • Dämmung. Wird ohnehin das Dach geöffnet, ist es der einzige wirtschaftlich sinnvolle Zeitpunkt zu dämmen. Das erhöht die Rechnung, senkt aber die Heizkosten – und ist förderfähig (siehe unten).
  • Dachform. Gauben, Kehlen, Schornsteine und Anschlüsse kosten Handarbeit. Ein einfaches Satteldach ist deutlich günstiger je Quadratmeter als ein gegliedertes Dach gleicher Fläche.

Förderung: der Punkt, der oft übersehen wird

Die Neueindeckung allein wird nicht gefördert. Die Dämmung der Dachfläche schon – über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG, Einzelmaßnahme). Und weil sich die Deckung technisch nicht von der Dämmmaßnahme trennen lässt, sind die zugehörigen Arbeiten in der Regel als Umfeldmaßnahme mitförderfähig.

Das kann den Unterschied zwischen 25.000 € und 20.000 € ausmachen. Wichtig: Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt sein. Wer erst den Dachdecker beauftragt und dann die Förderung sucht, hat sie verloren. Fördersätze und Bedingungen ändern sich – den aktuellen Stand vor der Planung bei einem Energieberater oder direkt beim Fördergeber prüfen.

Wann sich eine Neueindeckung lohnt – und wann die Reparatur reicht

  • Reparatur reicht bei einzelnen defekten Ziegeln, einer undichten Stelle, einem Sturmschaden oder wenn das Dach unter 30 Jahre alt und sonst dicht ist.
  • Neu decken lohnt ab etwa 40 bis 50 Jahren Deckungsalter, bei mehreren Undichtigkeiten im Jahr, bei durchfeuchteter Dämmung, bei Frostschäden über die ganze Fläche – und immer dann, wenn ohnehin gedämmt oder das Dachgeschoss ausgebaut werden soll.

Bei Unsicherheit lohnt eine Begutachtung vor der Entscheidung. Wie das abläuft, steht unter So funktioniert es.

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